Saisonkennzeichen für Oldtimer erlaubt

Oldtimer-Besitzer können nun ein Saisonkennzeichen beantragen

H-Kennzeichen mit Saisonkennzeichen

Ein Wohnmobil begleitet seinen Besitzer oft lange Zeit, manchmal ein ganzes Leben. Viele Besitzer älterer Campingvehikel bekommen allerdings die Nachteile eines älteren Fahrzeugs in Form von hohen Steuern und Durchfahrtsbeschränkungen zu spüren. Abhilfe kann hier die Beantragung eines H-Kennzeichens schaffen. Gute Nachrichten für Oldtimer-Fans: Der Bundesrat hat nun der Vergabe von Saisonkennzeichen zugestimmt - Oldtimer-Besitzer dürfen sich nun über erhebliche Steuersparnisse freuen!



Saisonkennzeichen sorgt für Steuerersparnis

Demnächst dürfen Oldtimer-Fahrzeuge, die ein H-Kennzeichen haben, auch mit einem Saisonkennzeichen unterwegs sein. Das heißt, dass die Fahrzeuge nur für wenige Monate angemeldet werden können. Jene Informationen wurden bereits vom "Verband der Automobilindustrie" (kurz: VDA) mitgeteilt. Bislang war die Kombination von Saisonkennzeichen und Oldtimer-Kennzeichen unzulässig. Nun sollen aber die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften und Fahrzeug-Zulassungsverordnungen dahingehend geändert werden, sodass all jene, die ihren Oldtimer nur für wenige Monate anmelden möchten, ein Saisonkennzeichen bekommen. Ein kleiner Wehrmutstropfen: Für das Saisonkennzeichen gilt aber der normale Steuersatz, der mitunter teurer ist, da er sich an den Schadstoffausstoß orientiert.

De Rosa glaubt an ein Erfolgsmodell

Mario De Rosa ist Vorsitzender der "Initiative Kulturgut Mobilität" und weiß, dass nun ein langjähriger Wunsch erfüllt wurde. Die Initiative - eine Lobby-Vereinigung für Oldtimer-Fahrer - setzt sich bereits seit Jahren für Saisonkennzeichen ein. "Die Leute haben nicht verstanden, warum sie das ganze Jahr für ein Fahrzeug bezahlen sollen, wenn sie es nur wenige Monate nutzen", so De Rosa. "Ich bin mir sicher, dass sich die Saisonkennzeichen schnell verbreiten werden, sodass man von einem Erfolgsmodell sprechen kann", ist der Vorsitzende überzeugt. Er weiß, dass Oldtimer-Besitzer nur dann mit ihren Fahrzeugen unterwegs sind, wenn auch die Jahreszeit passt. Beginnt der Herbst, werden die Oldtimer überwintert. Zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen, wird das Fahrzeug aus der Garage geholt. Die KFZ-Steuer musste bislang dennoch für das gesamte Jahr bezahlt werden.

In Deutschland gibt es 350.000 angemeldete Oldtimer

Die Zahlen zeigen, dass immer mehr Menschen einen Oldtimer besitzen. 2016 waren rund 350.000 Oldtimer angemeldet - Rekord! Bislang wurden H-Kennzeichen aber nur von der KFZ-Zulassungsbehörde ausgegeben, wenn das Fahrzeug für das gesamte Jahr angemeldet wurde. Damit Besitzer ein Sonderkennzeichen erhalten, muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein und sich in einem unverbastelten Zustand befinden. Der Steuerbetrag beläuft sich auf 191 Euro/Jahr. Das ist vor allem für jene Besitzer attraktiv, die einen hubraumstarken Klassiker fahren. Würden sie sich nicht für das H-Kennzeichen entscheiden, müssten sie eine deutlich höhere KFZ-Steuer entrichten. Zudem dürfen Fahrzeuge, die ein H-Kennzeichen haben, in die Umweltzonen der Großstädte einfahren.

Oldtimer-Fans müssen sich aber noch gedulden

Es wird aber noch ein paar Wochen dauern, bis die ersten Saisonkennzeichen beantragt werden können. Die Verordnung des Bundesrates wird nämlich erst dann gültig, wenn sie im Amtsblatt veröffentlicht wurde.