Wohnmobil unter oder über 3,5 Tonnen?

Camping mit dem eigenen Wohnmobil ist für viele die schönste Alternative, um den Urlaub zu verbringen. Es gibt verschiedene Typen von Wohnmobilen, einfache Fahrzeuge mit relativ wenig Komfort und große Fahrzeuge mit allen Extras. Grundsätzlich gilt: Je größer und besser ausgestattet das Reisemobil ist, desto teurer wird es auch. Darüber hinaus müssen sich interessierte Fahrer auch noch beim Gesamtgewicht festlegen. Wohnmobile unter 3,5 t Gesamtgewicht können mit allen Führerscheinen gefahren werden, die auch für Pkws gelten, bei Wohnmobilen mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht wird ein spezieller Lkw-Führerschein nötig. Eine Ausnahme bildet hier nur die alte Führerscheinklasse 3, die das Fahren von Fahrzeugen bis zu 7,5 t Gesamtgewicht erlaubt. Je nachdem, welches Gesamtgewicht gewählt wird, ergeben sich spezielle Voraussetzungen, die beachtet werden müssen.

Versicherung und Steuern bei Wohnmobilen

In der Versicherung gibt es keine Unterschiede zwischen Wohnmobilen unter 3,5 t und Wohnmobilen über 3,5 t. Die Berechnung erfolgt nach der Leistung in Kilowatt und dem Gesamtneuwert des Reisemobils. Allerdings sind größere Wohnmobile in der Regel etwas stärker motorisiert und natürlich auch teurer, sodass ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht meistens etwas teurer ist als ein kleines Modell. Die Besteuerung ist grundsätzlich erst einmal gleich, je 200 kg Gewicht werden 10 € Steuern fällig. Wiegt das Wohnmobil aber zwischen 5 t und 12 t und erfüllt maximal die Abgasnorm S1, werden 15 € je 200 kg Gewicht fällig. Gerade ältere Wohnmobile sind daher teurer als neuere und kleinere Modelle mit einem Gewicht von weniger als 5 t.

Überprüfungen bei Reisemobilen

Bei einem Reisemobil mit weniger als 3,5 t Gesamtgewicht gelten für den TÜV dieselben Regeln wie für Pkws. Neufahrzeuge müssen das erste Mal nach drei Jahren zum TÜV, danach muss die Plakette alle zwei Jahre erneuert werden. Wohnmobile mit mehr als 3,5 t zulässiger Gesamtmasse müssen grundsätzlich alle zwei Jahre zum TÜV, ab dem siebten Jahr der Zulassung ist sogar ein jährlicher Besuch Pflicht. Die Prüfung der Gasanlage steht bei allen Wohnmobile alle zwei Jahre an.

Verkehrsregeln, Bußgelder und Maut

Bei den Verkehrsregeln gibt es die größten Unterschiede, Wohnmobile mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht müssen das Tempolimit für Lkw auf Autobahnen einhalten, ebenso die Überholverbote die für Lkw gelten. Zusätzlich dürfen einige Straßen aufgrund von Einfahrverboten nicht befahren werden. Bei verhängten Bußgeldern werden für große Reisemobile höhere Sätze veranschlagt, zu hohe Geschwindigkeit wird also deutlich teurer. Auf mautpflichtigen Straßen werden Reisemobile mit weniger als 3,5 t Gesamtgewicht in der Regel wie normale Pkw behandelt, während für schwerere Wohnmobile die entsprechende Lkw-Maut fällig wird. Zum Teil werden dafür zusätzlich auch spezielle Geräte benötigt, die in der Anschaffung zusätzlich Geld kosten.

Fazit

Letztendlich bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, wie groß das eigene Wohnmobil werden soll. Modelle mit bis zu 3,5 t Gesamtgewicht sind insgesamt in den Folgekosten günstiger und außerdem flexibler, da nicht so viele Beschränkungen auf der Straße beachtet werden müssen. Sie bieten dafür aber nicht unbedingt den Komfort, den ein großes Reisemobil mit mehr als 3,5 t Gesamtgewicht ermöglicht.