Pkw-Maut in Deutschland

Nach Berichten in verschiedenen Zeitungen hat der deutsche Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verschiedene Modelle für eine elektronische PKW-Vignette in der Bundesrepublik unter die Lupe genommen. In der extremsten Version gehen die Kalkulationen der Beamten davon aus, dass die Kfz-Steuer - wie sie von Maut-Befürworten auch gefordert wird - nicht mehr existent sein soll. Dieser Idee nach müsse man als Autofahrer pro Jahr 365 Euro als PKW- und Wohnmobil-Maut entrichten.

Unterschiedliche Szenarien als Idee

Nach den Angaben der Zeitungen zeigt das vorgestellte Papier insgesamt vier unterschiedliche und realistische Szenarien für LKWs bis zu 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie für Pkws und Wohnmobile. Die erste Variante sei dabei die Einführung einer elektronischen Vignette, die maximal 80 Euro kosten solle. Dies würde Einnahmen in Höhe von etwa 3,4 Milliarden Euro für den Staat bedeuten. Als zweite Option gilt eine elektronische Vignette mit 100 Euro pro Jahr. Fährt man wenig oder reist auch als Ausländer durch die Bundesrepublik, so kann man - anhand dieses Beispiels - eine Vignette für lediglich zwei Monate zum Preis von 30 Euro oder auch eine Vignette für zehn Tage für zehn Euro kaufen. Die gesamten Einnahmen lägen hier bei etwa 4,2 Milliarden Euro.

Auch Motorradfahrer werden zur Kasse gebeten

Die dritte Lösung wäre eine Vignette, die 155 Euro kostet. Hier müsse man für die Vignette 50 Euro für zwei Monate bzw. 17 Euro für zehn Tage entrichten. Nach den Berechnungen des deutschen Bundesverkehrsministeriums würde eine solche Staffelung voll ausreichen, damit der Finanzbedarf von 11 Milliarden Euro gedeckt würde. Bei der vierten Variante sei es so, dass die Kfz-Steuer einfach wegfalle. Hierbei heißt es dann im Papier: Falls zusätzlich eine Kfz-Steuer von neun Milliarden Euro ausgeglichen werden solle, so muss die Vignette mindestens 15,5 Milliarden Euro einbringen. Die Preisstaffelung müsste in diesem Fall folgendermaßen aussehen: 45 Euro, 125 Euro und 365 Euro. Bei allen Modellen ist es darüber hinaus so, dass selbst Motorradfahrer Maut zahlen müssen - es wären hier 30 Euro für ein Jahr oder auch 10 Euro für zwei Monate.

Kritiken an der Maut für Pkws und Wohnmobile in Deutschland

Nicht alle sind hierzulande für die umstrittene Maut - und selbst aus dem Ausland gibt es böse Stimmen. Indes droht unser Nachbarland Österreich schon mit einer Klage gegen die PKW-Maut. Die österreichische Regierung werde demnach "alle notwendigen rechtlichen Schritte unternehmen, damit die Diskriminierung der österreichischen Autofahrer nicht durchgesetzt werden könne" - so Verkehrsministerin Doris Bures in einem kürzlich gesendeten ORF-Radiointerview. Die Alpenrepublik wolle sich in nächster Zeit jedoch zuerst an die EU-Kommissionen wenden. Weiterhin hat sich auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen die neue PKW-Maut ausgesprochen: Sie hält die monotone Belastung von ausländischen Autofahrern für mehr als ungerecht. Zwar sei die Idee von Dobrindt gut, so Greenpeace-Experte Daniel Moser, allerdings setze er diese völlig falsch um. Weil deutsche Autofahrer theoretisch von der PKW-Maut befreit werden sollen, könne kaum genügend Geld zusammen kommen, um damit die Straßen wie notwendig reparieren zu können. Weiterhin sei diese Maut auch nicht sonderlich gerecht gegenüber Autofahrern aus dem Ausland.